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Bienenhotel selber bauen mit unserer Nisthilfe Bauanleitung für Wildbienen

Neben dem allgemein bekannten Insektenhotel, das Unterkunft für die verschiedensten Insekten wie zum Beispiel Schmetterling oder Marienkäfer bietet, gibt es noch das Wildbienenhotel.

Das Bienenhotel ist im Gegensatz zum Insektenhotel meist viel kleiner und bietet Unterschlupf für nur eine Insektenart. Die Wildbienen. Zu diesen gehören die rote Mauerbiene, Maskenbiene und die Blattschneiderbiene, um nur einige Vertreter von über 100 verschiedenen Arten zu nennen.

Gerade für Anfänger im Insektenhotelbau, ist das Selbstbauen von Bienenhotels der ideale Einstieg. Wir werden Ihnen zeigen wie man aus einer einfachen Blechdose und einer Schilfmatte ein einfaches Bienenhotel selber bauen kann. Im zweiten Teil unserer Bauanleitung erfahren Sie wie man ein Wildbienenhotel mit mehreren Zimmern mit unterschiedlichen Füllungen bastelt. Viel Vergnügen.

Einfache Wildbienen Nisthilfe

Was wird benötigt:

  • Konservendose (Durchmesser ca. 10cm)
  • Schilfmatte (Kleinstes Modell reicht)
  • Gartenschere
  • Paketschnur

Besorgen Sie sich eine große Konservendose, von ca. 10cm Durchmesser. Öffnen Sie die Dose mit einem Dosenöffner, der den Rand sauber abschneidet also keine scharfen Kanten zurücklässt. Waschen Sie die Dose gut aus, es dürfen keine Rückstände des vorherigen Inhalts zurückbleiben. Es bietet sich an die Dose bis zum Rand mit Wasser zu füllen, und das Ganze über Nacht stehen zu lassen. So wird der Eigengeruch des vorherigen Inhalts besser rausgelöst und die Bienen ziehen später schneller ein, da sie z.B. nicht vom Gulaschgeruch 😉 irritiert werden.

Nun benötigen Sie eine Schilfmatte wie sie auch für Sichtschutzwände im Garten verwendet wird. Besorgen Sie sich die kleinste Größe die Sie finden können, in den meisten Fällen reicht das vollkommen aus, um die Konservendose zu füllen.

Die Schilfmatten werden bereits aufgerollt verkauft und geliefert. Das spielt Ihnen in die Hände. Jetzt müssen Sie die Schilfmatte nur noch in der Länge kürzen, damit die Matte im aufgerolltem Zustand gerade so in die Dose passt. Achten sie auf einen engen Sitz, damit später kein Schilf herausfällt.

Nun müssen Sie nur noch mit einer Gartenschare die überstehenden Schilfrohre abzwicken und Ihr Wildbienenhotel ist fast fertig.

Besorgen Sie einen naturfarbenen Bindfaden für die Aufhängung. Bilden Sie eine Schlaufe und verknoten Sie diese. Schneiden sie ca. 50cm Schnur ab. Wiederholen Sie das Ganze um eine zweite 50cm Lange Schnur mit Schlaufe zu erhalten.

Nun könne Sie die beiden Schnüre mit Hilfe der Schlaufe um die Dose wickeln. Einmal um den vorderen und einmal um den hinteren Bereich.

Und schon haben Sie eine perfekte Aufhängung, um Ihr Bienenhotel zum Beispiel in einem Baum zu befestigen. Achten Sie darauf, dass die Dose leicht mit der Öffnung nach vorne hängt, also die hintere Schnur etwas kürzer ist. So kann später anfallendes Regenwasser besser ablaufen.

Bienen hassen es wenn Ihre Einflugschneise von Ästen oder Blätter verdeckt ist, hängen Sie die Dose also entsprechend auf. Mehr Informationen über den perfekten Standort erfahren Sie im Artikel über den richtigen Standort des Insektenhotels.

Da Sie nun warm geworden sind, wie wäre es mit einer zweiten Bauanleitung für den Bau eines etwas anspruchsvolleren Bienenhotels?

Wildbienenhotel Bauplan

In diesem Teil werden Sie lernen wie man ein quaderförmiges Wildbienenhotel mit 4 Abteilen baut.

Der Rahmen besteht aus Fichtenholz, das gut witterungsbeständig ist aber dennoch leicht zu bearbeiten ist. Eine Rückwand schützt die Wildbienen vor zu starkem Durchzug. Dazu verwenden wir eine OSB Platte, welche ebenfalls witterungsbeständig ist.

Ein Abteil enthält angebohrte Hartholzäste, in einem anderen sind Bambusstäbe aufgeschichtet, im dritten Abteil befindet sich ein Tonziegel mit verschiedenen markhaltigen Ästen und im letzten Abteil befindet sich wie im vorherigem Teil eine aufgerollte Schilfmatte.

So bieten Sie den Wildbienen Niströhren aus den verschiedensten Materialien und mit den verschiedensten Durchmessern, so dass wohl jede Biene ein passendes Zuhause findet.

Bau des Rahmens und der Rückwand

Was wird benötigt:

  • 5 Fichtenholzbretter á 30cm Länge (Dicke ca. 2cm, Breite ca. 15cm)
  • 2 Fichtenholzbretter á 15cm Länge (Dicke ca. 2cm, Breite ca. 15cm)
  • OSB Platte mit den Massen 30cm x 30cm (Dicke ca. 2cm)
  • Bambustäbe (Durchmesser zwischen 1-2cm)
  • Hartholzäste (Durchmesser zwischen 2-15cm)
  • 1 Schilfmatte (Kleinstes Modell reicht)
  • 1 Tonziegel
  • Meterstab
  • Schraubzwinge
  • Bohrmaschine mit Holzbohrern
  • Holzschrauben
  • Astschere
  • Bleistift
  • Hammer
  • Meißel

Tragen Sie mit einem Meterstab und Bleistift die Positionen der Bohrlöcher an, wie sie dieser PDF Bauanleitung(folgt noch) eingezeichnet sind.

Die rot markierten Punkte müssen zusätzlich mit einem Holzbohrer vorgebohrt werden.

Halte Sie jetzt 2 der 30cm Bretter so mit einer Schraubzwinge zusammen, dass die Bretter einen rechten Winkel bilden. Nun können Sie die Bretter mit 2 Holzschrauben zusammenschrauben.

Um den Rahmen mit den restlichen beiden Brettern zu vervollständigen gehen Sie analog vor.

Nun muss der Innenraum des Quadrates nur noch in 4 gleich große Fächer aufgeteilt werden.

Schrauben Sie dazu die beiden kleinen Holzstücke an die passende Stelle an. Eine Schraubzwinge hilf Ihnen wieder alles perfekt rechtwinklig zu machen.

Nun fehlt noch das letzte verbleibende Große Brett, gehen Sie hier analog zu den vorherigen Schritten vor.

Abschließend wird noch die OSB Rückwand festgeschraubt. Halten Sie diese am besten mit 2 Schraubzwingen fest, um einen perfekten Sitz zu gewährleisten.

Glückwunsch der Rahmen des Wildbienenhotels ist fertig. Nun kann mit der Befüllung begonnen werden.

Befüllung des Wildbienenhotels

Hartholzabteil

Schneiden Sie Hartholzäste mit verschiedenen Durchmessern in 16cm lange Stücke. Falls Sie eine andere Brettbreite gewählt haben, passen Sie die Länge der Äste entsprechend an. Befestigen Sie diese Stücke nun mit einer Schraubzwinge an Ihrer Arbeitsplatte, so können Sie bequem mit der Handbohrmaschine und den entsprechenden Holzbohrern Löcher hinein bohren. Variieren Sie den Durchmesser der Bohrer. So erstellen Sie für jede Wildbienenart, Niströhren mit passendem Durchmesser.

Nun müssen die Äste nur noch in das Bienenhotel geschichtet werden. Freiräume kann man mit kleineren Ästen ausfüllen. Passt ein Ast gerade nicht mehr in die Freiräume können Sie mit dem Hammer nachhelfen. Das verkantet die Äste und sorgt für guten halt.

Bambusabteil

Schneiden Sie die Bambusrute ebenfalls in 16cm lange Stücke. Mit einer Astschere geht das am Besten. Richten Sie die Bambusstücke nun in das Insektenhotel. Steht das Bienenhotel, ist es leichter den Bambus zu stapeln. Wenn fast kein Bambus mehr reinpasst, helfen Sie wieder mit dem Hammer nach. So verkannten die Äste wieder und ein fester Halt wird garantiert.

Schilfabteil

Gehen Sie hier analog zur obigen Anleitung mit der Dose vor. Gegebenenfalls anfallende Freiräume in den Ecken könne Sie ebenfalls mit zusammengerollter Schilfmatte füllen oder mit Bambus bzw. kleinen Hartholzästen. Das sorgt für einen schönen Kontrast.

Tonziegelabteil

Kommen wir nun zum einfachsten und letzten Abteil. Das Tonziegelabteil. Hierzu müssen Sie einen Ziegel auf die Größe eines Abteils verkleinern. Nehmen Sie dazu Meißel und Hammer und hämmern Sie einfach den Teil weg, den Sie nicht brauchen. Setzen Sie am Besten eine Schutzbrille auf, um nicht von Ziegelsplittern verletzt zu werden. Gehen Sie außerdem sehr vorsichtig vor, um den Ziegel nicht an der falschen Stelle zu beschädigen.

Da die Wildbienen Ihre Nester nicht gerne in zu große Freiräume bauen, müssen die Waben des Ziegels noch mit Schilf, Bambus oder markhaltigen Ästen befüllt werden. Kombinieren Sie einfach die verschiedenen Äste wie es Ihnen gefällt. Sie können auch ruhig ein paar Ziegelwaben freilassen, vielleicht zieht ja ein dicker Brummer ein.

Fazit

Sie sehen mit dem richtigen Bauplan ist es gar nicht schwer selbst eine eigene Nisthilfe für Wildbienen zu bauen. Egal für welches Modell Sie sich entscheiden, die Natur wird es Ihnen danken.

Der richtige Standort für Ihr Insektenhotel – Aufstellen und Ausrichtung leicht gemacht

Sich für ein schönes Insektenhotel zu entscheiden ist meist nicht schwer. Geht es dann aber darum einen guten Platz im Garten zu finden geht das Gezeter los.

Zum einen will man, dass das Schmuckstück jeder sehen und bewundern kann, auf der anderen Seite geht es ja aber auch darum Insekten zu schützen und dazu muss man sie erst mal anlocken. Steht das Insektenhotel falsch lockt es kein Insekt ein. Was ist also der richtige Standort für ein Insektenhotel?

Der passende Standort des Insektenhotels

Insekten lieben die Sonne und ihre warmen Strahlen, daher sollten Sie das Insektenhaus in südlicher Richtung aufstellen.

Durch die Wärme können die Insekten nach einem Regenschauer wieder schneller trocknen und bleiben so gesund. Außerdem macht das Sonnenlicht die Insekten viel aktiver. Wer möchte schon ein Insektenhotel aufstellen und dann lauter Stubenhocker als Gäste haben? Ein weiterer Grund für die südliche Ausrichtung des Insektenhotels sind die Larven der Insekten. Diese brauchen viel Wärme um im Frühling überhaupt schlüpfen zu können.

Achten Sie beim Aufstellen darauf, dass die Sonnen möglichst den ganzen Tag auf das Insektenhotel scheinen kann. So ist zum Beispiel der Platz unter dem Balkon nicht immer ideal, da der Schatten des Balkons das Insektenhotel überdecken kann.

Eine unpassende Ausrichtung

Vermeiden Sie unbedingt eine Aufstellung in Richtung Nord Westen. Das ist die Wetterseite in Mitteleuropa. Von dieser Seite kommt häufiger der Wind und Regen. Insekten hassen es wenn ihre Einflugschneise in dieser Richtung liegt.

Diese beiden „Ganoven“ sind die größten Feinde des Insektenhotels und seiner Bewohner.

Dauerhafter Regen von der Nordwestseite lässt Füllmaterialien wie Stroh, Holzwolle oder auch Tannenzapfen schimmeln. Das ist ungesund für die Bewohner und kann ihnen großen Schaden anrichten. Auch können die Eier der Wildbienen in den Niströhren zu schimmeln beginnen, wenn es ständig feucht im Insektenhotel ist.

Um zu verhindern, dass Wasser in Niströhren wie zum Beispiel dem Bambus stehen bleibt, sorgen Sie dafür, dass das Insektenhotel leicht nach vorne gekippt aufgestellt wird. So kann anfallendes Wasser ständig ablaufen und es bleibt schön trocken im Inneren.

Die Insektenhotels sind zwar gut verschraubt und besitzen eine isolierend wirkende Rückwand, die einen größeren Durchzug verhindert. Dennoch stört ein ständiger Windzug die Insekten und hindert sie unter Umständen sogar am Einziehen.

Aufstellen nahe Nahrungsquellen

Natürlich muss neben perfekten klimatischen Bedingungen auch für ausreichend Nahrungsangebot gesorgt werden. Wer würde denn in ein Hotel ohne Frühstücksbuffet ziehen?

Stellen Sie das Insektenhaus daher in der Nähe von blühenden Pflanzen auf, um Wildbienen, Schmetterlingen und Co ausreichend Nektar und Pollen zu liefern.

Eine wunderbare Blumenwiese können Sie auch ganz einfach selbst sähen mit diesen Samen.

Haben Sie Obstbäume in Ihrem Garten und war die Ernte die letzten Jahre schlecht? Wenn sie Ihr Insektenhotel in der Nähe dieser Bäume aufstellen, könnte das Ihr Problem lösen, da die Blüten so besser durch die vielen fleißigen Bienen bestäubt werden.

Des Weiteren empfiehlt es sich den Standort des Insektenhotels so zu wählen, dass es in der Nähe Pflanzen und Sträucher gibt, die mit Blattläusen befallen sind. Das lockt die Blattlaus fressenden Florfliegen, Marienkäfer und Ohrwürmer an.

Sie haben keinen Blattlausbefall im Garten? Kein Problem sie haben nichts verpasst, mit etwas Glück kommen Florfliege und Co dennoch.

Aufstellen in luftiger Höhe

Um zu verhindern, dass die Einflugschneise der Insekten von Schlingpflanzen wie der Winde zu gewuchert wird, sollten Sie das Insektenhotel ca. 50cm oder höher vom Boden entfernt aufstellen. Ein Platz an der Hauswand kann hier ideal sein. Des Weiteren wird dadurch verhindert, dass das Insektenhaus vom nassen Boden durchgeweicht wird und zu verrotten beginnt.

Hier bekommen Sie einen einfachen Kieferpfosten, an dem sich Wunderbar Ihr Insektenhotel befestigen lässt.

Falls Sie Besitzer von Haustieren wie Katze oder Hund sind, ist die erhöhte Aufstellung unbedingt zu empfehlen. Denn wer kennt es nicht, kleine bewegte Dinge wie Bienen, wecken den Spieltrieb der Haustiere und verleiten gerne mal zum Zuschnappen. Im schlimmsten Fall stirbt die Biene und Ihr Haustier wird gestochen.

Standort in der Nähe von Menschen

Das führt uns auch schon zur nächsten Frage: Kann man das Insektenhotel gefahrlos in der Nähe von Menschen aufstellen, also zum Beispiel gleich an Ihrem Balkon oder Ihrer Terrasse?

Normalerweise geht von den Bewohnern des Insektenhotels keine Gefahr für den Menschen aus. Insekten sind sehr friedfertig lebende Lebewesen. Eine Biene hat kein Interesse Sie zu stechen, da nach dem Stich Ihr Stachel mitsamt ihrem Hinterleib in Ihrer Haut stecken bleibt und die Biene stirbt. Sie müssten schon mit der Hand in die Hartholz Löcher oder Bambusrohre greifen um eine Biene ausreichend zu provozieren und sie zum Angreifen zu bewegen.

Falls Sie allergisch auf Bienenstiche reagieren ist es dennoch empfehlenswert das Insektenhotel weiter entfernt von Ihrem Aufenthaltsort im Garten aufzustellen.

Richtiger Zeitpunkt zum Aufstellen

Die nächste Frage ist, wann denn der beste Zeitpunkt ist, um ein Insektenhotel aufzustellen. Die Antwort hierauf ist das ganze Jahr über. So brauchen die Insekten im Winter einen Unterschlupf in dem Sie Winterschlaf halten können. Bereits im Frühling, wenn es wärmer wird, kommen die ersten Wildbienen und suchen nach einem Zuhause in dem Sie ihren Nachwuchs aufziehen können.

Achtung vor Vögeln

Außerdem sollten Sie den Standort Ihres Insektenhotels so wählen, dass Vögel die Bewohner nicht angreifen und fressen können. Das ist leider leichter gesagt als getan. Eine Möglichkeit wäre das Haus an Plätzen aufzustellen an denen oft Menschen sind. Das könnte die Vögel eventuell abhalten. Eine weitere Möglichkeit wären Vogelschutznetze, oder Aufkleber mit Raubvögeln am Insektenhotel zu befestigen.

Leider konnten wir noch keine befriedigende Lösung für dieses Problem finden. Schreiben Sie uns doch einfach Ihre Ideen, wie Sie die Bewohner schützen.

Vielen Dank Ihnen allen für die tollen Einsendungen. Hier eine Auswahl der interessantesten Ideen:

Um meine Hotels vor dem Specht zu schützen,
der die gefüllten Röhren aufhackt, habe ich einen
Hasendraht vor die Röhren geschraubt. Dessen Abstand zum Einflugloch muss so groß sein,
dass er es mit dem Schnabel nicht mehr erreichen kann.

Danke an Jürgen.

Vielleicht kann man einen Kaninchendraht in einigem Abstand vor der Hotelfassade anbringen? Die Maschen müssten so klein sein, dass die betreffenden Vögel nicht durchschlüpfen. 20 mm wäre ein Vorschlag. Das habe ich nicht ausprobiert, hier nur als Anregung gemeint. In Netzen verfangen sich Vögel leicht.

Danke an Willi.

Insektenhotel Standort im Winter

Sollte das Insektenhotel im Winter ins warme Haus gestellt werden? Ganz klar Nein! Sie würden den Biorhythmus der Insekten stören. Sie würden aus ihrem Winterschlaf aufwachen und denken es sei Frühling. Da die Insekten nach dem Aufwachen nun nicht mehr im Energiesparmodus sind brauchen Sie Nahrung die es noch nicht gibt. Die Insekten würden sterben.

Auch kann es sein das zum Beispiel Bienenlarven viel zu früh schlüpfen und dann ebenfalls an Nahrungsmangel leiden.

Fazit

Alle oben genannten Dinge einzuhalten ist meist nicht sehr leicht. Das macht aber nichts. Mit etwas Glück ziehen die Insekten auch ein wenn Ihr Hotel nach Nord Westen ausgerichtet ist oder nur ein paar Stunden der Sonne ausgesetzt ist.

Wenn Sie aber alle Dinge bezüglich der Standortwahl beachten, werden Sie sehen wie schnell es gehen kann bis die ersten Bewohner in Ihr Insektenhotel einziehen.

Insektenhotel Füllung – Welche Materialien kann man verwenden?

Egal ob selbstgebautes oder gekauftes Insektenhotel, die Füllung der einzelnen Abteile ist von elementarer Wichtigkeit. Schließlich möchte man ja vermeiden, dass das Insektenhotel mit den falschen Naturmaterialien befüllt ist, welche Bienen oder Schmetterlinge dann nicht anlocken sondern vielleicht sogar abstoßen.

Mit welchen Materialien lässt sich das Insektenhotel also befüllen? Die Antwort finden Sie in den folgenden Absätzen.

Röhrenartige Materialien

Wildbienen wie die rote Mauerbiene oder Maskenbiene bauen Ihre Nester und Unterkünfte am liebsten in enge Röhren oder Spalten. Es eignen sich daher besonders:

Angebohrtes Hartholz

Schneiden Sie dazu Hartholzäste mit einer Hand- oder Kreissäge auf die benötigte Tiefe im Insektenhotel zu.

Verschiedene angebohrte Harthölzer

Es eignen sich heimische Harthölzer wie Buche, Apfel, Haselnuss, Eiche oder Esche. Natürlich gibt es noch viele weitere geeignete Hölzer. Im Allgemeinen kann man sagen, dass sich die meisten Laubhölzer eignen und Nadelhölzer weniger, da diese sehr weich sind.

Doch warum muss es unbedingt Hartholz sein? Sie werden später dünne Löcher in das Holz bohren. In diesen können dann die Wildbienen ihre Eier ablegen und Unterschlupf finden. Da aber weiches Holz viel stärker von äußeren Begebenheiten wie Luftfeuchtigkeit abhängt und dadurch auch stärker „arbeitet“, kann es dazu kommen, dass sich das Holz verformt und die Bienen oder Ihre Nachkommen zerquetscht werden.

Hartholz hingegen ist sehr beständig und behält seine Form viel besser bei.

Ein weiterer Vorteil von Hartholz ist die hohe Witterungsbeständigkeit. Sie haben mit einer Füllung aus Hartholz viel länger Freude an Ihrem Insektenhotel.

Außerdem harzt Hartholz kaum. Es besteht keine Gefahr, dass die Bienen in Ihren Gängen hängen bleiben und verenden.

Da jede Wildbienenart ihre eigenen Wünsche hat, was den Durchmesser Ihrer Wohnung angeht, sollten Sie zum Anbohren der Äste, Holzbohrer mit Durchmessern zwischen 2-10mm verwenden.

Variieren Sie auch die Tiefe der Bohrungen. Achten Sie darauf, dass die einzelnen Bohrungen nicht zu nahe beieinander liegen und passen Sie an den Rändern der Äste auf, sich nicht in den Finger zu bohren.

Nun können Sie Ihr Insektenhotel mit den angebohrten Ästen befüllen. Stapeln Sie einfach die Hartholzäste aufeinander und füllen Sie anfallende Freiräume mit kleineren Ästen aus, die vielleicht nur ein einziges Loch haben.

Der Erste Schritt zur Bienenunterkunft ist getan nun folgt der Nächste.

Befüllung mit Bambus

Bambus ist wegen seiner Röhrenform ein weiterer idealer Unterschlupf für Wildbienen. Ein großer Vorteil ist der immer geringer werdende Durchmesser zur Spitze hin. So bekommen Sie aus einem Bambusstab viele unterschiedlich dicke Niströhren.

Hier auf Amazon bekommen Sie Bambus in den unterschiedlichsten Dicken.

Schneiden Sie dazu mit einer Astschere (bei dünneren Bambusästen geht auch noch die Gartenschere) die Bambusstange in viele gleichgroße Stücke, mit einer Länge, die der Tiefe Ihres Insektenhotels entspricht. Im Idealfall schneiden Sie die Bambusstücke direkt unter einem Knoten ab. So ist bereits eine Seite des Bambusrohres verschlossen und die Bienen haben weniger Arbeit mit dem Abdichten Ihrer Wohnung.

Beachten Sie, dass Sie sehr viel Bambus benötigen werden. Je nach Durchmesser können das bis zu 10m sein!

Nun stellen Sie Ihr Insektenhotel senkrecht auf und stapeln die Bambusrohrstückchen bis unter die Decke hin auf. Falls Sie die Knoten drangelassen haben, ist das etwas schwierig, Sie können sie zur Not auch wegschneiden. Die Bienen werden trotzdem einziehen.

Aufgestapelte Bambusstücke

Wenn Sie dann denken, dass nichts mehr in das Abteil reinpasst, wird es Zeit mit einem Hammer weitere Bambusstücke in die Zwischenräume zu hämmern. Später fällt so nichts mehr raus, da sich die Bambusstücke untereinander verkeilen.

Hohle bzw. markhaltige Stängel

Die Auswahl an hohlen oder mit Mark gefüllten Ästen ist fast unbegrenzt. So könne Sie zum Beispiel Schilf, Strohhalme, Flieder, Heckenrose, Forsythie, Holunder, Brombeere, Disteln, Königskerze, oder Himbeere [Aus Wolf Richard Günzel – Das Insektenhotel] verwenden.

Holunderzweig

Manche dieser Stängel wie zum Beispiel der Holunder enthalten noch Pflanzenmark. Ob Sie das rausräumen ist Ihnen überlassen, da es sowohl Bienen gibt die das Rausräumen selbst übernehmen als auch welche die ein hohles Pflanzenrohr benötigen.

Schneiden Sie die Stängel wieder auf die benötigte Tiefe zu und schichten Sie diese im Insektenhotel auf.

Dünne Ästchen für das Schmetterlingsabteil

Wenn Sie wie wir die Schönheit der Schmetterlinge bewundern möchten, lohnt es sich diesen ein eigenes Abteil einzurichten. Bewaffnen Sie sich einfach mit einer Gartenschere und suchen nach Bäumen mit dünnen Ästchen.

Diese Ästchen sollten einen Durchmesser von weniger als 5mm haben. Zwicken Sie diese ab und klemmen Sie die Ästchen ungetrocknet ins Schmetterlingsfach. Getrocknete Ästchen eignen sich weniger, da Sie sich schlecht einklemmen lassen und leicht abbrechen.

Schmetterlinge ruhen sich gerne auf diesen Ästchen aus.

Update 10.04.2018: Laut diesem Artikel, ist obiges aber bereits wieder überholt. Vielen Dank an den Tippgeber.

Leere Schneckenhäuser

Leere Schneckenhäuser sind ebenfalls für Wildbienen geeignet. Sie erhalten die leeren Häuser in Bastelshops oder im Internet. Geben sie einfach eine Portion Schneckenhäuser in ein Abteil und verschließen Sie dieses mit Gitter, damit nichts herausfällt.

Auch diese bekommen Sie natürlich wieder hier.

Stroh

Um Ohrwürmer anzulocken, besorgen Sie sich etwas Stroh vom Bauern in der Nähe oder kaufen es im Zoogeschäft oder im Internethandel. Dort wird es meist als Einstreustroh beworben und ist in handliche Pakete verpackt. Meist wird Ihnen die kleinste Verpackung ausreichen, da das Stroh sehr eng gepackt ist.

Strohballen auf Wiese

Dann geben Sie das Stroh locker in das dafür vorgesehene Fach und schließen dieses wieder mit Gitter ab, damit nichts herausfällt.

Holzwolle

Dieses Material wird häufig zur Verpackung von Weinflaschen im Onlineversand benutzt. Mit etwas Glück haben Sie noch etwas davon zu Hause liegen. Wenn das nicht der Fall ist, gibt es im Internet viele Shops die Verpackungsmaterialen anbieten.

Holzwolle

Achten Sie darauf, dass die Holzwolle unbehandelt ist, um den Insekten nicht zu schaden.

Mit etwas Geduld werden Sie beobachten können, dass Marienkäfer und Florfliegen einziehen. Um Florfliegen noch besser anzulocken sollten Sie das Fach mit einer rot angestrichenen Abdeckung verschließen und kleine Löcher hineinbohren.

Zapfen

Mischen Sie Kiefern- oder Tannenzapfen wie es Ihnen gefällt. Mit einem Gitter können Sie wieder das Herausfallen verhindern.

Tannennadeln mit Zapfen

Zapfen werden die verschiedensten Insekten anlocken. Besonders Ohrwürmer fühlen sich hier wohl.

Natürlich müssen Sie nicht selbst in den Wald gehen und Zapfen sammeln, das machen andere für Sie.

Laub getrocknet

Sammeln Sie im Herbst heruntergefallene Blätter auf und trocknen Sie diese, in dem Sie diese auf eine Zeitung an einen warmen Ort in Ihrem Haus legen. Natürlich können Sie auch frische Blätter von den Bäumen schneiden und trocknen. Achten sie bei diesen aber besonders darauf, dass sie trocken genug sind und nicht zu schimmeln beginnen.

Geben Sie die Blätter wieder in das gewünschte Abteil und machen ein Gitter davor.

Meist werden Marienkäfer oder andere Käfer von dem trockenen Laub angelockt.

Rindenmulch

Eine weitere einfache Möglichkeit sein Insektenhotel zu befüllen ist mit Rindenmulch. Den gibt es zum Beispiel im Gartencenter. Sie können natürlich auch ihren eigenen Rindenmulch herstellen. Ideal eignen sich hierzu getrocknete Brennholzstücke. Ziehen Sie von diesen einfach die Rinde ab und brechen Sie diese mehrmals auseinander.

Achten Sie immer darauf, dass der Rindenmulch trocken genug ist.

Auch hier empfiehlt es sich wieder das Rausfallen aus dem Insektenhotel mit einem Gitter zu verhindern.

Einziehen werden in diesem Abteil wieder die verschiedensten Käfer.

Lehm

Eine gute Möglichkeit, um Wildbienen anzulocken ist es Ihnen Lehm zur Verfügung zu stellen. So können Sie zum Beispiel Ihren eigenen Lehmziegel herstellen. Mit einem dünnen Rohr kann man dann Löcher in den Ziegel machen.

So erstellen Sie einerseits Wohnraum für Wildbienen, die röhrenartige Wohnungen lieben. Auf der anderen Seite gibt es aber auch noch sogenannte grabende Wildbienen. Diese werden die Löcher als Einladung sehen, weiter zu graben und dort Ihre Eier abzulegen.

Lehm bekommen Sie in Bastelshops oder vielleicht haben Sie bei sich im Garten sogar ein kleines Lehmvorkommen. In Mitteleuropa kommt das häufiger vor als Sie denken. Sie müssen nur tief genug graben. Wie so vieles bekommen Sie Lehm natürlich auch online.

Beachten Sie, dass es sehr lange dauert bis Lehmziegel getrocknet sind. Beachten Sie außerdem, dass der Lehm dann nicht wieder direkt mit Wasser in Kontakt treten darf, da er sonst zerfällt. Hohe Luftfeuchtigkeit macht dem Ziegel dagegen nichts.

Ziegelsteine

Eine weitere einfache Möglichkeit das Insektenhotel zu befüllen, ist mit Tonziegeln wie zum Beispiel mit Strangfalzziegeln. Die Löcher der Ziegel sind zwar zu groß für Wildbienen, aber wenn Sie hohle oder markhaltige Äste in die Löcher stecken, sieht das optisch sehr ansprechend aus.

Tonziegel gefüllt mit Bambusstückchen

Die Wildbienen freuen sich über ein weiteres Zuhause. Auch ist es möglich die Löcher mit Lehm auszufüllen. Die Bienen können dann Ihre eigenen Löcher in den Lehm graben.

Totholz

Räumen Sie Totholz auf keinen Fall auf, wenn es bei Ihnen zu Hause im Garten liegt. Es bietet Lebensraum für über 1000 verschiedene Käferarten. Des Weiteren können Sie Totholz im Wald sammeln, da es dort meistens weggeräumt wird und so wichtiger Lebensraum verloren gehen würde.

Fazit

Sie sehen es gibt jede Menge an Materialien mit denen man ein Insektenhotel befüllen kann. Diese Liste ist nur ein kleiner Anfang. Sicher gibt es noch jede Menge anderer Stoffe, die ebenfalls zur Befüllung geeignet sind. Haben Sie weitere Ideen, so schreiben Sie uns doch.

Die Insektenhotel Bewohner

In folgendem Abschnitt möchten wir Ihnen kurz die wichtigsten Bewohner eines Insektenhotels vorstellen. Dabei gehen wir auf folgende Fragen ein:

Wie erkenne ich das Insekt? Warum heißt es so wie es heißt?
Warum ist es nützlich? Was isst das Insekt?
Worin lebt es im Insektenhotel? Was macht es im Winter?

Florfliege

Mit der Florfliege zieht ein echter Star ins Insektenhaus ein. Sie wurde 1999 zum Insekt des Jahres gewählt. Weltweit gibt es über 2000 verschiedene Arten, die sich alle in Kleinigkeiten wie etwa der Farbe bei der Überwinterung unterscheiden.

Die Florfliege heißt so wegen ihrer Flügel, die dem Material Flor ähneln. Ein leichtes und durchsichtiges Gewebe. Die meisten Arten haben einen grünlichen Körper und zwei lange Fühler. Am häufigsten ist die Florfliege zu entdecken, wenn es dunkel wird.

Eine grüne Florfliege sitzt auf einer Pflanze.

Dieses nützliche Insekt liebt es Pollen oder Nektar zu essen. Die Larven der Florfliege verspeisen hunderte von Blattläusen, weshalb die Florfliege bei Hobbygärtnern sehr beliebt als natürlicher Schädlingsvernichter ist. Sie sollten das Insektenhotel also am besten in der Nähe von Blattlauskolonien aufstellen, um der Florfliege ihre Arbeit zu erleichtern und sie als Insektenhotel Bewohner zu gewinnen.

Um diesen Insektenstar als Mieter zu gewinnen müssen wir natürlich den roten Teppich ausrollen. In unseren Insektenhotels ist das eine mit roter Farbe bestrichene Holzabdeckung. Hinter dieser befindet sich ein Zimmer mit reichlich Holzwolle, in dem die Florfliege wohnen und sogar überwintern kann.

Wildbiene

Weltweit gibt es zehntausende der verschiedensten Wildbienenarten. In Mitteleuropa, leben einige hundert Arten. Viele von diesen Arten sind so gefährdet, dass es nur noch ca. Zehn Bienen einer Art gibt. Die verschiedenen Wildbienenarten unterscheiden sich nur minimal untereinander. So baut zum Beispiel die eine Art ihre Nester in totes Holz, die andere hingegen in den Boden. Auch beim Aussehen bestehen nur kleine Unterschiede.

Wildbienen sehen in etwa so wie die gemeine Honigbiene aus. Um diese wild lebenden Bienen von dieser abzugrenzen hat man diesen Bienen den Namen Wildbienen gegeben.

Eine wilde Biene auf lila Blume.

Die Größe der verschiedenen Arten reicht von wenigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern.

Wildbienen ernähren sich am liebsten von Nektar und Pollen. Wenn die Wildbiene unterwegs ist, um Nektar zu trinken, bleiben die winzigen Pollen an den Haaren der Biene hängen. Wenn diese nun zur nächsten Blüte fliegt, wird der Pollen wieder abgestreift und so eine Pflanze befruchtet. Eine neue Pflanze kann entstehen. Darum ist die Biene ein gern gesehener Bewohner in Insektenhotels. Das interessante dabei ist, dass die meisten Wildbienen auf bestimmte Pflanzen spezialisiert sind, also ausschließlich diese bestimmte Pflanzenart befruchten. Stirbt nun eine Wildbienenart aus, stirbt auch die Pflanzenart aus.

Da der Lebensraum von Wildbienen immer mehr zerstört wird ist es umso wichtiger selbst eine Lebensraum zu schaffen, um die Wildbienen vom Aussterben zu schützen. So wird zum Beispiel Totholz, ein wichtiger Lebensraum, nicht mehr wie früher längere Zeit liegen gelassen, sondern meist sofort aufgeräumt. Ein weiteres Problem ist das Bienensterben durch den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft.

Im Insektenhotel werden daher die unterschiedlichsten Nistgelegenheiten geschaffen, um so vielen Wildbienenarten wie möglich, ein Zuhause zu bieten. In unseren Insektenhotels verwenden wir zum Beispiel angebohrtes Hartholz, Bambusröhren, Tonziegel oder Schilfrohre. Da Wildbienen meist nur eine Jahr leben, überwintern in diesen Unterkünften die Larven der Biene. Im Frühling werden die jungen Bienen geboren und könne wieder fleißig Pollen sammeln.

Ohrwurm

Dieser lustige Geselle, ist ein richtiges Fossil. So wurden schon Versteinerungen von Ohrwürmern gefunden. Wie bei den anderen Insekten, gibt es auch hier viele (fast 2000) verschiedene Arten, die sich alle in Kleinigkeiten unterscheiden.

Ohrwürmer sind zwischen 1 und 2cm lang, eher schmal und haben einen dunkel und hellbraunen Körper. Am Hinterleib haben sie 2 Zangen. Ohrwürmer wurden schon vor tausenden von Jahren als Medizin für Ohrenkrankheiten genutzt. Das Wort Wurm in Ohrwurm kommt von der wurmähnlichen Gestallt. Die kann man aber nur mit viel Fantasie erkennen.

Ein Ohrwurm auf Baumrinde.

Wenn die Sonne untergeht beginnt der Ohrwurm zu jagen. Am liebsten verspeist er Pflanzenreste oder kleine Insekten wie Blattläuse. Stellen Sie Ihr Insektenhaus also am besten in der Nähe von Blattlaus befallenen Pflanzen auf, um den Ohrwurm als Bewohner zu gewinnen.

Im Insektenhotel bezieht der Ohrwurm am liebsten die Abteile mit frischem Stroh. Dort kann er sich auch um seinen Nachwuchs kümmern. Der Ohrwurm ist dabei sehr fürsorglich. Er füttert seinen Nachwuchs und schaut, dass das „Zimmer“ immer schön aufgeräumt ist. Dort überwintert er auch.

Marienkäfer

Ein weiterer Star zieht ins Insektenhaus ein. Der Marienkäfer wurde 2006 zum Insekt des Jahres gekürt. Dem Menschen ist der Marienkäfer schon seit der Steinzeit bekannt. Einen Beweis hierfür liefern Schnitzereien von Marienkäfern, die in alten Höhlen gefunden wurden. Es gibt weltweit tausende von verschiedenen Marienkäfer Arten. Sie unterscheiden sich in Größe, Farbe und Fressgewohnheiten.

Der wohl bekannteste Marienkäfer ist der Siebenpunkt Käfer. Er zeichnet sich durch jeweils 3 Punkte auf seinen beiden Flügeln und einen Punkt, der gleichzeitig auf beiden Flügeln liegt, aus. Er ist rot und hat einen schwarzen Kopf.

Ein Siebenpunkt Marienkäfer sitzt auf einem Kleeblatt.

Andere Arten unterscheiden sich durch eine andere Anzahl an Punkten und eine andere Körperfarbe. So gibt es zum Beispiel Marienkäfer mit oranger, gelber oder sogar schwarzer Färbung. Seinen Name hat der Marienkäfer von der Jungfrau Maria. Früher glaubten die Bauern, dass dieser Nützling von ihr geschickt wurde.

Der Marienkäfer ist ein beliebter Nützling in der Landwirtschaft und im Gartenbau, da er ein regelrechter Nimmersatt ist und eine breite Palette an Schädlingen frisst. Wie zum Beispiel Schildläuse, Blattläuse, Spinnmilben oder Käferlarven. Auch gibt es Arten die den Pilzbefall von Pflanzen fressen.

In unseren Insektenhotels gibt es für diesen Bewohner ein extra Zimmer, ausgefüllt mit Holzwolle. Dort kann er dann auch überwintern. Meist geschieht das in großen Gruppen. Die meisten Marienkäfer leben zwischen 1 und 2 Jahren und überwintern daher nur einmal.

Schmetterling

Um den Schmetterling ranken sich bis heute die unterschiedlichsten Mythen und Erzählungen. Er ist dabei oft das Symbol der Wiedergeburt, da aus dem leblos erscheinenden Kokon plötzlich der Schmetterling mit deiner schönen Gestalt schlüpft und davon fliegt.

Es gibt fast 200 000 dokumentierte Arten und jedes Jahr werden es mehr.

Der Schmetterling hat eine Länge zwischen 1mm und 10cm. Die Flügelspannweite variiert von 1mm bis zu 30cm. Die Flügel sind oft sehr farbenfroh, weshalb der Schmetterling ein gern gesehener Gast im Garten ist. Mit seinen Fühlern am Kopf kann der Schmetterling riechen, schmecken, tasten und sogar die Temperatur messen. Den Namen hat er von dem alten deutschen Wort Schmetten, was Rahm bzw. Schmand bedeutet. Denn beim Schlagen von Butter zu Rahm wurden die Schmetterlinge angelockt.

Ein gelblicher Schmetterling auf einem Blatt.

Der Schmetterling ist nicht nur sehr schön anzusehen sondern auch ein außerordentlich nützlicher Bewohner. So weisen bestimmte Pflanzen bestimmte Blütenstrukturen auf, die nur der Schmetterling mit seinem langen Rüssel bestäuben kann. Pflanze und Schmetterling leben in Symbiose. Ohne den einen kann der andere nicht existieren. Die meisten Schmetterlingsarten ernähren sich von Blütennektar, Pollen oder Pflanzensäften.

Viele unsere Insektenhotels enthalten ein abgedecktes Abteil mit mehreren Schlitzen durch die der Schmetterling ins Innere gelangt. Dort befinden sich dann dünne Ästchen an denen sich der Schmetterling festhalten kann. Der Schmetterling soll dort auch überwintern.

An wärmeren Tagen kann es sogar vorkommen, dass er aus seinem Winterschlaf aufwacht und umherfliegt. Wird es dann wieder kalt schläft er weiter.

Update 10.04.2018: Laut diesem Artikel, ist obiges aber bereits wieder überholt. Vielen Dank an den Tippgeber.

Fazit

Sie sehen es gibt die verschiedensten Bewohner in einem Insektenhotel. Jeder ist auf seine eigene Art sehr nützlich, daher sollte es unsere Aufgabe sein diese hilfreichen Insekten zu schützen. Möchten Sie mehr über die einzelnen Bewohner rausfinden, so ist dieses Buch zu empfehlen.