Die Insektenhotel Bewohner

In folgendem Abschnitt möchten wir Ihnen kurz die wichtigsten Bewohner eines Insektenhotels vorstellen. Dabei gehen wir auf folgende Fragen ein:

Wie erkenne ich das Insekt? Warum heißt es so wie es heißt?
Warum ist es nützlich? Was isst das Insekt?
Worin lebt es im Insektenhotel? Was macht es im Winter?

Florfliege

Mit der Florfliege zieht ein echter Star ins Insektenhaus ein. Sie wurde 1999 zum Insekt des Jahres gewählt. Weltweit gibt es über 2000 verschiedene Arten, die sich alle in Kleinigkeiten wie etwa der Farbe bei der Überwinterung unterscheiden.

Die Florfliege heißt so wegen ihrer Flügel, die dem Material Flor ähneln. Ein leichtes und durchsichtiges Gewebe. Die meisten Arten haben einen grünlichen Körper und zwei lange Fühler. Am häufigsten ist die Florfliege zu entdecken, wenn es dunkel wird.

Eine grüne Florfliege sitzt auf einer Pflanze.

Dieses nützliche Insekt liebt es Pollen oder Nektar zu essen. Die Larven der Florfliege verspeisen hunderte von Blattläusen, weshalb die Florfliege bei Hobbygärtnern sehr beliebt als natürlicher Schädlingsvernichter ist. Sie sollten das Insektenhotel also am besten in der Nähe von Blattlauskolonien aufstellen, um der Florfliege ihre Arbeit zu erleichtern und sie als Insektenhotel Bewohner zu gewinnen.

Um diesen Insektenstar als Mieter zu gewinnen müssen wir natürlich den roten Teppich ausrollen. In unseren Insektenhotels ist das eine mit roter Farbe bestrichene Holzabdeckung. Hinter dieser befindet sich ein Zimmer mit reichlich Holzwolle, in dem die Florfliege wohnen und sogar überwintern kann.

Wildbiene

Weltweit gibt es zehntausende der verschiedensten Wildbienenarten. In Mitteleuropa, leben einige hundert Arten. Viele von diesen Arten sind so gefährdet, dass es nur noch ca. Zehn Bienen einer Art gibt. Die verschiedenen Wildbienenarten unterscheiden sich nur minimal untereinander. So baut zum Beispiel die eine Art ihre Nester in totes Holz, die andere hingegen in den Boden. Auch beim Aussehen bestehen nur kleine Unterschiede.

Wildbienen sehen in etwa so wie die gemeine Honigbiene aus. Um diese wild lebenden Bienen von dieser abzugrenzen hat man diesen Bienen den Namen Wildbienen gegeben.

Eine wilde Biene auf lila Blume.

Die Größe der verschiedenen Arten reicht von wenigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern.

Wildbienen ernähren sich am liebsten von Nektar und Pollen. Wenn die Wildbiene unterwegs ist, um Nektar zu trinken, bleiben die winzigen Pollen an den Haaren der Biene hängen. Wenn diese nun zur nächsten Blüte fliegt, wird der Pollen wieder abgestreift und so eine Pflanze befruchtet. Eine neue Pflanze kann entstehen. Darum ist die Biene ein gern gesehener Bewohner in Insektenhotels. Das interessante dabei ist, dass die meisten Wildbienen auf bestimmte Pflanzen spezialisiert sind, also ausschließlich diese bestimmte Pflanzenart befruchten. Stirbt nun eine Wildbienenart aus, stirbt auch die Pflanzenart aus.

Da der Lebensraum von Wildbienen immer mehr zerstört wird ist es umso wichtiger selbst eine Lebensraum zu schaffen, um die Wildbienen vom Aussterben zu schützen. So wird zum Beispiel Totholz, ein wichtiger Lebensraum, nicht mehr wie früher längere Zeit liegen gelassen, sondern meist sofort aufgeräumt. Ein weiteres Problem ist das Bienensterben durch den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft.

Im Insektenhotel werden daher die unterschiedlichsten Nistgelegenheiten geschaffen, um so vielen Wildbienenarten wie möglich, ein Zuhause zu bieten. In unseren Insektenhotels verwenden wir zum Beispiel angebohrtes Hartholz, Bambusröhren, Tonziegel oder Schilfrohre. Da Wildbienen meist nur eine Jahr leben, überwintern in diesen Unterkünften die Larven der Biene. Im Frühling werden die jungen Bienen geboren und könne wieder fleißig Pollen sammeln.

Ohrwurm

Dieser lustige Geselle, ist ein richtiges Fossil. So wurden schon Versteinerungen von Ohrwürmern gefunden. Wie bei den anderen Insekten, gibt es auch hier viele (fast 2000) verschiedene Arten, die sich alle in Kleinigkeiten unterscheiden.

Ohrwürmer sind zwischen 1 und 2cm lang, eher schmal und haben einen dunkel und hellbraunen Körper. Am Hinterleib haben sie 2 Zangen. Ohrwürmer wurden schon vor tausenden von Jahren als Medizin für Ohrenkrankheiten genutzt. Das Wort Wurm in Ohrwurm kommt von der wurmähnlichen Gestallt. Die kann man aber nur mit viel Fantasie erkennen.

Ein Ohrwurm auf Baumrinde.

Wenn die Sonne untergeht beginnt der Ohrwurm zu jagen. Am liebsten verspeist er Pflanzenreste oder kleine Insekten wie Blattläuse. Stellen Sie Ihr Insektenhaus also am besten in der Nähe von Blattlaus befallenen Pflanzen auf, um den Ohrwurm als Bewohner zu gewinnen.

Im Insektenhotel bezieht der Ohrwurm am liebsten die Abteile mit frischem Stroh. Dort kann er sich auch um seinen Nachwuchs kümmern. Der Ohrwurm ist dabei sehr fürsorglich. Er füttert seinen Nachwuchs und schaut, dass das „Zimmer“ immer schön aufgeräumt ist. Dort überwintert er auch.

Marienkäfer

Ein weiterer Star zieht ins Insektenhaus ein. Der Marienkäfer wurde 2006 zum Insekt des Jahres gekürt. Dem Menschen ist der Marienkäfer schon seit der Steinzeit bekannt. Einen Beweis hierfür liefern Schnitzereien von Marienkäfern, die in alten Höhlen gefunden wurden. Es gibt weltweit tausende von verschiedenen Marienkäfer Arten. Sie unterscheiden sich in Größe, Farbe und Fressgewohnheiten.

Der wohl bekannteste Marienkäfer ist der Siebenpunkt Käfer. Er zeichnet sich durch jeweils 3 Punkte auf seinen beiden Flügeln und einen Punkt, der gleichzeitig auf beiden Flügeln liegt, aus. Er ist rot und hat einen schwarzen Kopf.

Ein Siebenpunkt Marienkäfer sitzt auf einem Kleeblatt.

Andere Arten unterscheiden sich durch eine andere Anzahl an Punkten und eine andere Körperfarbe. So gibt es zum Beispiel Marienkäfer mit oranger, gelber oder sogar schwarzer Färbung. Seinen Name hat der Marienkäfer von der Jungfrau Maria. Früher glaubten die Bauern, dass dieser Nützling von ihr geschickt wurde.

Der Marienkäfer ist ein beliebter Nützling in der Landwirtschaft und im Gartenbau, da er ein regelrechter Nimmersatt ist und eine breite Palette an Schädlingen frisst. Wie zum Beispiel Schildläuse, Blattläuse, Spinnmilben oder Käferlarven. Auch gibt es Arten die den Pilzbefall von Pflanzen fressen.

In unseren Insektenhotels gibt es für diesen Bewohner ein extra Zimmer, ausgefüllt mit Holzwolle. Dort kann er dann auch überwintern. Meist geschieht das in großen Gruppen. Die meisten Marienkäfer leben zwischen 1 und 2 Jahren und überwintern daher nur einmal.

Schmetterling

Um den Schmetterling ranken sich bis heute die unterschiedlichsten Mythen und Erzählungen. Er ist dabei oft das Symbol der Wiedergeburt, da aus dem leblos erscheinenden Kokon plötzlich der Schmetterling mit deiner schönen Gestalt schlüpft und davon fliegt.

Es gibt fast 200 000 dokumentierte Arten und jedes Jahr werden es mehr.

Der Schmetterling hat eine Länge zwischen 1mm und 10cm. Die Flügelspannweite variiert von 1mm bis zu 30cm. Die Flügel sind oft sehr farbenfroh, weshalb der Schmetterling ein gern gesehener Gast im Garten ist. Mit seinen Fühlern am Kopf kann der Schmetterling riechen, schmecken, tasten und sogar die Temperatur messen. Den Namen hat er von dem alten deutschen Wort Schmetten, was Rahm bzw. Schmand bedeutet. Denn beim Schlagen von Butter zu Rahm wurden die Schmetterlinge angelockt.

Ein gelblicher Schmetterling auf einem Blatt.

Der Schmetterling ist nicht nur sehr schön anzusehen sondern auch ein außerordentlich nützlicher Bewohner. So weisen bestimmte Pflanzen bestimmte Blütenstrukturen auf, die nur der Schmetterling mit seinem langen Rüssel bestäuben kann. Pflanze und Schmetterling leben in Symbiose. Ohne den einen kann der andere nicht existieren. Die meisten Schmetterlingsarten ernähren sich von Blütennektar, Pollen oder Pflanzensäften.

Viele unsere Insektenhotels enthalten ein abgedecktes Abteil mit mehreren Schlitzen durch die der Schmetterling ins Innere gelangt. Dort befinden sich dann dünne Ästchen an denen sich der Schmetterling festhalten kann. Der Schmetterling kann dort auch überwintern. An wärmeren Tagen kann es sogar vorkommen, dass er aus seinem Winterschlaf aufwacht und umherfliegt. Wird es dann wieder kalt schläft er weiter.

Fazit

Sie sehen es gibt die verschiedensten Bewohner in einem Insektenhotel. Jeder ist auf seine eigene Art sehr nützlich, daher sollte es unsere Aufgabe sein diese hilfreichen Insekten zu schützen.